Project Independence – Client Based Hypervisor

Seit einigen Wochen findet man bei Citrix in den Community Seiten interessante Infos zum Project Independence. Dabei handelt es sich um einen so genannten „Client Side Bare Metal Hypervisor“ auf Xen Basis. Nicht zu verwechseln mit einer hosted Variante wie z.B. VMware Workstation bzw. VMware Fusion.

Bare Metal bedeutet, dass der Hypervisor, wie z.B. der Citrix XenServer oder der ESX Server von VMware direkt auf der Hardware läuft. Die Herausforderungen an einen Hypervisor der als Client Hypervisor genutzt wird sind deutlich höher als dies im Serverumfeld der Fall ist. Viele Komponenten im Clientumfeld sind Standard die auf einem Server nie gefordert werden. Nahezu jedes Notebook verfügt inzwischen über

  • Audio
  • mehrere USB Anschlussmöglichkeiten
  • Firewire
  • WLAN, Modem und teilweise UMTS Modem
  • Bluetooth
  • Webcam
  • Leistungsfähige 2D / 3D Grafikkarten

All diese Geräte und Funktionen müssen bei einem „Client Based Bar Metal Hypervisor“ auch bereitgestellt werden sonst wird er keine Akzeptanz in der „realen Welt“ finden. Citrix entwickelt zu diesem Zweck zusammen mit Intel an einer entsprechenden Hardware für diese Lösung.

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Basis dürften Erweiterungen und Verbesserungen der bereits vorhandenen Intel vPro Technologie sein. Ziel ist eine Hardware Plattform zu schaffen die es ermöglich eine oder mehrere virtuelle Maschinen auf dem Client zu starten und diesen den Zugriff auf die vorhandene Hardware zu ermöglichen. Aus meiner Sicht ist der größte Vorteil aber nicht das Starten von mehreren Maschinen auf dem Notebook. Viel mehr ist es die Entkopplung von installiertem Betriebssystem (z.B. Vista) und der eigentlichen Hardware. Wenn ich sehe mit welchem Aufwand es verbunden ist wenn es an der Zeit ist ein neues Notebook zu installieren dann wünsche ich mir diese Technologie wäre bereits vorhanden.

Ein Kollege von mir macht es schon lange so. Auf seinem Notebook läuft ein Open SUSE Linux mit VMware Server. Darauf hat er eine Windows XP Workstation als den „eigentlichen“ Arbeitsplatz. Wenn er das Notebook wechseln müsste – auf Grund eines Hardware Defekts dann wäre dies mit der Basisinstallation von Open SUSE und dem VMware Server erledigt. Danach einfach die letzte Sicherung der kompletten Maschine einspielen – Fertig!

Für mich ist im Moment ein Hardware Ausfall am Notebook noch das so genannte „Worst case Scenario“. Natürlich habe ich eine Datensicherung und natürlich habe ich auch alle Software die installiert ist auf einem externen Datenträger gesammelt. Ja ich habe auch ein Image der Systempartition – aber trotzdem bis wieder alles so funktioniert wie es vorher war. Das dauert.

Er ist da deutlich im Vorteil – trotzdem kann ich mich noch nicht zu dieser Lösung durchringen. Ich bin da zu bequem, zu ungeduldig oder was auch immer. Die von Citrix nun angekündigte (wenn auch ohne Termin) Lösung mit dem Client Hypervisor gefällt mir da schon besser. Ich denke es sollte dabei Möglich seine eine virtuelle Maschine als Startkonfiguration zu hinterlegen die dann direkt nach dem Einschalten des Notebooks und laden des Hypervisors gestartet wird. Der eigentliche Bootvorgang dürfte sich somit kaum verlängern gegenüber einer konventionellen Installation.

Das zusätzliche Starten einer weiteren Maschine macht natürlich vor allem in Umgebungen Sinn in denen der eigentliche Arbeitsplatz durch Security Policies stark eingeschränkt ist, in Umgebungen in denen der „normale“ Mitarbeiter nichts an seiner Konfiguration ändern darf. Doch diese strikten Richtlinien führen in vielen Unternehmen immer wieder zu Problemen da die Mitarbeiter, vor allem die Mitarbeiter „on the Road“ doch immer wieder mit Anforderungen konfrontiert sind die dann wiederum eine Lockerung der Sicherheitseinstellungen erfordern. Mit der Client Hypervisor Lösung wäre es möglich zwei Instanzen zu betreiben. Eine mit den Unternehmensanwendungen (gesperrt) und eine in der der Benutzer tun und lassen kann was er will – dann natürlich ohne Support von der IT Abteilung.

Genau so stellt es sich Citrix auch im folgenden Video vor.

Aus Sicht von Citrix macht diese Thematik natürlich im Zusammenspiel mit einer XenDesktop Umgebung noch viel mehr Sinn. Es wäre Möglich eine XenDesktop Maschine vom XenServer abzumelden und auf einem Notebook bereitzustellen. Somit kann der Mitarbeiter „seine“ virtuelle Maschine mitnehmen. Wieder zurück im Büro, oder zumindest im Unternehmens Netzwerk werden die Daten der virtuellen Maschine synchronisiert.

Leider gibt es bisher keine öffentliche Betaversion und auch die von mir angesprochenen Citrix SE´s waren etwas „zugeknöpft“. Ich werde das Thema weiter beobachten und wieder darüber schreiben wenn es Neuigkeiten gibt.

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