Citrix Virtual Appliances

Access_Gateway Mit dem Zukauf von Net6 Incorporated im Jahr 2004 ist Citrix erstmals als Hardware Hersteller in Erscheinung getreten. Das Citrix Access Gateway war die erste Appliance die Citrix unter eigenem Namen auf den Markt gebracht hat.

 

Später folgten mit dem Aufkauf von Teros Incorporated und NetScaler Incorporated weitere Hersteller deren Lösung heute im Citrix Netscaler und Citrix Wanscaler zu finden sind. Als letztes kam die Citrix Easy Call Gateway Appliance hinzu.

Alle die den Anfang des Citrix Access Gateway miterlebt haben wissen dass sich Citrix im Hardwaremarkt sehr schwer getan hat. Teststellungen waren eher selten, Hardwareaustausch lief meist sehr schleppend. Dies hat einige Kunden dazu gebracht sich eine zweite Appliance in den Keller zu legen um, wenn der Hardware Crash kommt, gerüstet zu sein.

Der Gedanke der Appliances an sich gefällt mir schon immer. Eine Maschine die dediziert eine Aufgabe erfüllt. Keine "Wechselwirkungen" mit anderen Diensten auf dem System, keine Angst das der Patch für Service "A" die Funktion von Service "B" beeinträchtigt und der Hersteller sorgt dafür dass die Hardware zur Software passt. Nie wieder falsche Treiber oder sonstigen Ärger.

Der Nachteil – immer mehr Geräte im Rechenzentrum, immer schwieriger werdende Ausfall und Recovery Szenarien und natürlich aktuell immer mehr Strom und Klimaleistung erforderlich. Was liegt also näher als auch hier die Virtualisierung konsequent umzusetzen.

Sehr früh gab es im VMware Community Forum einen Diskussion darüber wie man das Citrix Access Gateway als virtuelle Maschine betreiben kann. Am Ende stand fest, es ist machbar und so ein virtuelles Access Gateway kann genau wie das physikalische Access Gateway betrieben werden. Leider war es nur mit einer VMware Workstation oder GSX Server (VMware Server) Variante möglich. Das Access Gateway basiert auf einer Hardware mit IDE Festplatte und der ESX Server kennt eben nur SCSI. Hinzu kam das es die Lizenzbestimmungen von Citrix natürlich nicht gestattet haben die Appliance auf einer anderen Hardware (und somit auch auf virtueller Hardware) als der Original Citrix Access Gateway Hardware zu betreiben.
Die Vorstellung man könnte ein Access Gateway mit vMotion oder HA in einem VMware ESX Cluster betreiben waren wieder dahin.

Bereits 2006 hat Brian Madden in seinem blog darüber geschrieben das es sich um relativ einfache Standardhardware handelt die im Citrix Access Gateway genutzt wird. Somit war auch klar das Citrix vermutlich relativ gute Gewinne mit der Hardware für das Access Gateway macht und somit wenig Interesse hat eine virtuelle Appliance zu vertreiben.
Natürlich hätte Citrix an Stelle des Hardwarepreises quasi eine "Virtual Appliance Base License" verlangt werden können, aber es ist eben etwas anders ob man 2.500$ für ein Stück Blech zahlt oder 1.500 – 2.000 $ für eine Lizenz.

Doch seit 2008 hat sich das Blatt ein wenig gewendet. Citrix hat mit dem XenServer eine eigene Virtualisierungs Plattforum und hat natürlich nun eine hohe Motivation diese Plattform für Kunden interessant zu machen.

Aus meiner Sicht sollte Citrix optional zur Hardware Appliance entsprechende Virtuelle Appliances anbieten. Virtuelle Maschinen die sich einfach in eine XenServer Umgebung importieren lassen. Virtuelle Appliances die dann dank der Features des XenServers eine entsprechende Verfügbarkeit haben. Warum nicht zwei Citrix XenServer mit einem kostengünstigen iSCSI Storage in die DMZ stellen und dort alle DMZ Systeme virtualisieren. Access Gateway, Net- und WANscaler, Webserver und was sonst noch so alles da "rumsteht". Der XenServer ist seit wenigen Tagen als kostenlose Variante verfügbar die alle Enterprise Features hat die dafür notwendig sind. Shared Storage Anbindung und Live Migration (XenMotion).

Doch bisher tut sich Citrix etwas schwer damit. Es gibt im MyCitrix Portal zwar inzwischen eine Virtual Appliance für das Easycall Gateway, aber auch dort ist mir im Moment nicht klar wie die Lizenzierung ablaufen soll. Nach meinem Verständnis handelt es sich eher um eine Eval. Version. Im Beschreibungstext steht:

To facilitate evaluation, the EasyCall Gateway Virtual Appliance enables use of EasyCall by up to five users without product licenses.

Bedeutet dies nun das ich das Teil ohne Lizenzen mit max. 5 Benutzern nutzen darf und für mehr Benutzer einfach User Lizenzen kaufen muss oder ist und bleibt es eine Evaluierungslizenz die dann z.B. nicht supported wird. Warum sind Lizenzbestimmungen immer so ein Drama, aber das ist schon wieder Stoff für einen neuen Artikel.

Mit der Freigabe des Citrix XenServer hat Citrix den Schritt in die richtige Richtung gemacht. Nun müssen die Appliances kommen. Ich denke VMware hat mit seinem VMware Virtual Appliance Marketplace eine gute Plattform für Softwarehersteller geschaffen ihre Lösungen schnell und einfach an den "Mann" zu bringen. Herunterladen, testen und dann einen Lizenzschlüssel kaufen. Das ist doch die optimale Art Software zu vertreiben. Gerade bei den Appliances sehe ich hier ein Potential das bei weitem noch nicht ausgeschöpft ist.

Advertisements